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Wenn der Begriff Akazie fällt, denken die meisten an die weitausladenden Schirmakazien. Doch, die Vielfalt reicht weit über diese hinaus. Akazien gehören zur Unterfamilie Mimosideae in der Familie der Hülsenfrüchte (Leguminosae). Sie kommen in Strauchform oder als grosse Bäume mit meist schirmförmiger Krone vor. In Afrika existieren 132 Arten. Sie spielen eine wichtige Rolle im Naturhaushalt als Nahrungslieferant für grosse und kleine Lebewesen. Wie bei allen Hülsenfrüchtlern leben Bakterien in  Bläschen an den Wurzeln, die Stickstoff im Boden fixieren und damit Böden fruchtbar machen. Die Winzigkeit der Blättchen bei den meisten Arten reduziert die Verdunstung. Oft sieht man am Stamm und an den Ästen grün durchschimmern. Dies ist Chlorophyll. Somit ist die Oberfläche, um Photosynthese zu betreiben, stark vergrössert. Die Bäume aber auch Sträucher bieten vielen Tieren Unterschlupf. Die verschiedenen Akazienarten stellen verschiedene Ansprüche an die Umwelt.

Akazien können, wenn sie durch Dürre und Überfressen unter Stress kommen, Blausäure produzieren, die auf Tiere tödlich wirken kann. Es geht sogar so weit, dass die Bäume sich untereinander chemisch verständigen, wenn die Giftproduktion ausgelöst werden soll.

Fotos von Elvira

 

 

Flachkronenakazien (Acacia abyssinica). Gut zu sehen im Nakuru Nationalpark sowie auf dem Weg in die Masai Mara und nach Bogoria. Die Blüten sind weisse Bällchen und der Stamm ist fast schwarz.

Acacia_abyssinica

 

 

Floetenakazie

Floetenakazie_Ameisen

 

 

Flötenakazien (Acacia drepanolobium) sind niedrige Büsche im Riftvalley, der Masai Mara und Serengeti. Bläst der Wind in die Löcher der für Ameisen ausgebildeten Gallen, so produzieren sie einen Pfeifton, was ihnen den Namen gab. Die Blüten sind weisse Bällchen und die Früchte sichelförmige, braune Hülsen.

Diese aufgeschwollenen Dornen der Akazie bilden Schutz und Brutstätte für Akazien-Ameisen der Gattungen Crematogaster und Tetraponera. Dies ist noch nicht genug, die Akazie produziert auch Nahrung in Form eines zuckerhaltigen Saftes und nahrungsreichen Snacks. Als Gegenleistung verteidigen die Ameisen die Akazie gegen andere Insekten und Pflanzenfresser durch Beissen und versprühen eines unangenehmen Duftes. Diese Zusammenarbeit wird Myrmecophily genannt und existiert in der neuen und der alten Welt.

Spinnen und Raubkäfer wiederum ernähren sich von den Ameisen.

 

 

 

 

Acacia_gerrardi

 

Acacia gerrardi Blueten

 

 

 

 

Gerrard's Akazie (Acacia gerrardi) wachsen zu stattlichen Bäumen heran. Die Dornen sind ziemlich dick und wachsen paarweise.
Die Blätter sind ein sattes Grün.  Schöne Exemplare stehen in Nakuru und auf dem Weg zum Lake Magadi, wie auch in Kiambu.

 

 

 

 

Acacia_kirkii

 

Kirk’s Akazie (Acacia kirkii) kommt in Kenia um
Nairobi, in Norduganda sowie Nordtansania vor. Kann an
der oft papierigen, gelblichen Rinde erkannt werden.

 

 

Hakendornen Akazie (Acacia mellifera) hat grössere Blätter als die meisten anderen einheimischen Akazien, woran sie leicht zu erkennen ist. Wild-  und domestizierte Tiere mögen deren Blätter, Blüten, Samen und kleinen Äste. Diese meist strauchförmige Akazie ist weit verbreitet in trockenen Gebieten. Die paarigen Dornen sehen aus wie Katzenkrallen und haben ihr auch den Namen “Wait a bit thorn” (wart ein bisschen Busch) eingetragen. Wer mal mit seinen Kleidern dran hängen blieb, versteht die Namengebung. Der Name mellifera heisst “Honig tragend” und weisst darauf hin, dass Bienen hier viel Nektar gewinnen, weswegen in Gebieten, wo sie wächst Akazienhonig produziert wird. Für die Bienen werden hohle Baumstämme aufgehängt. Links Blüten und Hülsen, rechts Knospen.
 

Acacia_mellifera_Blueten
Acacia_mellifera_Samen

 

 

Acacia_nil_subalata

Acacia_nilotica_indica

 

 

Ägyptische Akazie (Acacia nilotica subalata). Diese Art ist einheimisch und kann in Kenia und Tansania angetroffen werden. Die Hülsen sind flacher und breiter. Bricht man sie auseinander, kommt ein wohlriechender Saft raus. Die reifen Hülsen sind braun.

 

 

Ägyptische Akazie (Acacia nilotica) haben charakteristische, bohnenförmige Samen, ohne die sie nicht leicht zu identifizieren sind.

Mit runderen und mehr eingeschnittenen “Bohnen”, die von Indien eingeführte Unterart indica. Anzutreffen im Baringo District, hier am Bogoria See.

 

 

Acacia_seyal_fungi

Acacia_seyal_seyal

 

 

Weissdorn- oder Weissgallenakazien (Acacia seyal) haben auffällige, bis 8 cm lange, weisse Dornen. Einige bilden ähnlich der Flötenakazie (siehe Hell’s Gate) Gallen aus, in denen Ameisen leben und die Akazie verteidigen. Die hellgelben Blüten dienen Bienen als Nahrungsquelle. Im Laikipia und Meru Gebiet trifft man auf die Unterart fistula. In Nakuru, Masai Mara und Tansania seyal, die keine Gallen ausbildet.

Die braune Farbe kommt von Pilzen, die die Rinde überziehen. Bild aus Lewa Downs.

 

Acacia seyal, var. seyal mit Hülsen in der Masai Mara ohne Gallen.

 

 

Acacia_brevispica

Acacia_senegal

 

 

 

 

Warte-ein-bisschen-Dornbusch (Acacia brevispica). Von Zentralkenia,
Grosser Grabenbruch bis Nordtansania. Die kleinen Haken-Dornen
sind stark zurückgebogen.

Drei-Dorn Akazie (Acacia senegal) haben 3 Dornen; die beiden äusseren sind nach oben gebogen und der mittlere nach unten. Es braucht etwas Zeit darin verfangene Kleidung wieder zu befreien..... Blätter und Hülsenfrüchte sind reich an Protein. Weit verbreitet im tropischen Afrika.

 

 

 

Schirmakazien (Acacia tortilis)  sind sicherlich bekannte Bäume, durch ihre grossen Schirme, die Wurzeln und Stamm Schatten spenden. Sie haben nebst kleinen, gebogenen Dornen 3-8 cm lange, helle Dornen, die auch Schuhsohlen durchstechen. Diese verschiedenartigen Dornen sollen verhindern, dass Giraffen zu viel auf einmal abfressen. Die Früchte sind spiralförmige Hülsen und werden von Tieren gerne gefressen.

Schirmakazien kommen in vielen Gegenden Afrikas vor.

Acacia_tortilis
Acaia_tortilis_Ast

 

 

 

 

 

Apfelringakazie

Gelbrindenakazien

 

 

Apfelringakazie (Faidherbia albida), eine der höchsten Akazien im tropischen und subtropischen Afrika. Die Früchte sehen wie getrocknete Apfelscheiben aus und werden von Pavianen und anderen Tieren sehr geschätzt. Die Blüten sind gelbliche Würstchen. Sie kommt in Kenia und Tansania vor.

 

 

Gelbrinden- oder Fieberakazie (Acacia xanthophloea) ist der Hauptbaum in Nakuru und Naivasha. Sie wachsen, wo ein relativ hoher Grundwasserspiegel besteht. Der Name Fieberakazie hat 2 Hintergründe: wo sie vorkommen, gedeihen die Malariamücken ebenfalls, die Fieber hervorrufen, zum anderen werden zermahlene Rinde und Wurzel als Vorbeugung oder Heilung gegen Malariafieber genutzt. Akazien geben einen harzähnlichen Saft ab, der von verschiedenen Tieren gerne genommen wird. Wer gut schaut, sieht die Löwin in der Mitte des Bildes.

 

 

Albizia_gummifera

 

Pfauenblume oder Albizia gummifera kommt von 0 - 2.400 m vor. Sie kann zu grossen Bäumen heranwachsen. Sie sind in der gleichen Unterfamilie wie die Akazien.