Der grösste natürliche Küstenwald Ostafrikas (420 km²), der nebst häufigen, etliche endemische, seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten beherbergt, liegt von den Strandhotels in Watamu ca. 10 – 15 Fahrminuten entfernt.

Die folgende kurze Aufstellung soll zeigen, wie wichtig der Erhalt dieses vielseitigen Lebensraumes für Tier und Mensch ist. Viele internationale Organisationen streben zusammen mit der lokalen Bevölkerung an, den Wald zu nutzen, ohne ihn zu zerstören. Sanfter Tourismus, Aufklärungs-, Aufforstungsprogramme und schonende Nutzungsarten sollen helfen, dass auch weitere Generationen von einem erlebnisreichen Besuch erzählen können. Gut geschulte Führer begleiten Sie auf Ihrer Fuss- oder Fahr-Exkursion vom Eingang des Kenya Wildlife Service aus. Mit Ihrem Besuch tragen Sie zur Erhaltung des Waldes bei und gleichzeitig erhalten Sie Einblick in ein einmaliges Biotop.

Der Wald ist in 3 verschiedene Vegetationstypen unterteilt:

  • Mischwald, der feuchteste Teil nahe der Küste, ca. 67 Baumarten
  • Brachystegia-Wald offener als Küstenwald, wächst auf Küstensand
  • Cynometra-Wald wächst auf roten Magarini-Böden, trockener als der Küstenwald, mehr als 50% des Waldes

Die diversen Biotope geben fast 600 bisher bestimmten Pflanzenarten (etliche sind noch unbeschrieben) eine Existenzgrundlage. Spazieren Sie unter den Kronen der Bäume und lassen sich die Eigenheiten der verschiedenen Pflanzen erklären. Die besten Zeiten sind früh morgens und am Abend.

 

 

3 weltweit bedrohte Säugetiere, die im Wald vorkommen

  • Goldrücken-Rüsselhündchen (Rhynchocyon chrysopygus) ►
     
  • Schönsteissducker (Cephalophus adersi) 
     
  • Sokoke-Dickschwanz-Hundemanguste (Bdeogale Crassicauda omnivora)  

Weitere Säugetiere: Rot-, Blau- und Kronenducker, Wasserbock, Schirrantilope, Moschusböckchen, Afrika-Zibetkatze, Grossfleck-Ginsterkatze, Karakal, Goldkatze, Falbkatze, Serval,  Mangusten, Weisskehl- und grüne Meerkatze, Gelber Pavian, verschiedene Hörnchen, Steppenschuppentier, Erdferkel, Kaphase, Kaffernbüffel, Elefanten u.v.a.

Ruesselhuendchen

 

6 weltweit bedrohte Vogelarten, die in dieser Gegend vorkommen

 

  • Sokoke Eule (Otus ireneae)►
     
  • Blauflügel Akalat oder –rötel (Sheppardia gunningi sokokensis)►
     
  • Sokokepieper (Anthus sokokensis)►
     
  • Amani Nektarvogel (Anthreptes pallidigaster)►
     
  • Nataldrossel (Zoothera guttata fischeri)►
     
  • Sokoke Webervogel (Ploceus golandi)►
     

Mehr als 230 nachgewiesene Vogelarten ziehen Ihre Aufmerksamkeit auf sich. Einige, wie z.B. der Maskenpirol (Oriolus larvatus rolleti) begleiten Sie mit ihren typischen Rufen.

Voegel_endangered

 

25 verschiedene Amphibienarten wurden bisher nachgewiesen.

Kröten und Frösche lassen ihre Rufe hauptsächlich in der Regenzeit ertönen.

 

Rechts: Baumfrosch (Leptopelis flavomaculatus)

Baumfrosch3

 

 

Reptilien 

Pantherschildkröten (Geochelone pardalis) und Gelenkschildkröten (Kinixis belliana und Kinixis spekii) sind die Schildkrötenvertreter. 

Schlangen zu finden ist absolute Glücksache. Obwohl giftige Schlangen, wie die grüne Mamba (Dendroaspis angusticeps), Vogelnatter (Thelotornis kirtlandii), Waldkobra (Naja melanoleuca) und die Schwarznacken-Speikobra (Naja nigricollis) vorkommen, ist ein Aufeinandertreffen sehr unwahrscheinlich und vielleicht ist es dann eine der ungiftigen, wie die Felsenpython (Python sebae) oder eine Hausschlange (Lamprophis fuliginosus).

Sollten Sie Schlangen interessieren, so bietet die Bio Ken Schlangenfarm in Watamu eine gute Gelegenheit sie nahe und unter fachkundlicher Führung besser kennenzulernen.

Wer mehr über Schlangen wissen möchte, kann sich mit entsprechender Fachliteratur, Besuchen bei professionell geführten Schlangenfarmen oder durch die Teilnahme an organsierten, auf Schlangensuche ausgerichteten Safaris, weiterbilden. Weitere Informationen sind über uns erhältlich.

An Echsen sind 2 Chamäleonarten, etliche Skinke, Geckos, Eidechsen, Gürtelechsen, Steppen- und Nilwarane zu finden.

Wirbellose

Wie viele Käfer, Libellen, Heuschrecken, Grillen, Spinnen, Ameisen, Termiten, Hundert- und Tausendfüssler hier leben, weiss niemand. Bei den Schmetterlingen sind 250 Arten registriert, die teilweise in der Schmetterlingsfarm mit Informationen zu sehen sind.
 

Bitte finden Sie Hotels unter Watamu.

 

 

MIDA CREEK Mit dem Auto ca. 20 Minuten von den meisten Hotels in Watamu.

Mangroven, Vögel, Krebse, Echsen und Gezeiten

Sehr gut ausgebildete Führer eröffnen Ihnen diese faszinierende Wunderwelt. Mit ihren geübten Augen und Ohren zeigen sie Ihnen Lebewesen, die Ihnen sonst wahrscheinlich verborgen blieben. Gleichzeitig trägt dieses Ecotourismus Selbsthilfeprojekt zur Erhaltung des Gebietes bei. Ein Teil des Erlöses finanziert eine Sekundarschule für Kinder aus armen Familien, die aber zum Schutz des empfindlichen Oekosystems beitragen müssen.

Die Bucht ist gezeitenabhängig durch Meerwasser gespiesen und bedeckt 32 km². Gesäumt wird sie von 6 verschiedenen Mangrovenarten. Abhängig von den Gezeiten erwartet Sie ein ganz anderes Bild. Bei Flut können Fische vom Strand oder der 260 m langen in die Bucht hinausgebauten Hängebrücke aus gesehen werden. Liegt die Fläche bei Ebbe trocken, so sammeln sich hunderte von Vögeln (Stand- und Zugvögel) auf den Sandflächen, um im Schlick nach Futter zu suchen. Flamingos, Reiher, Pelikane, Strandläufer, Reiherläufer und viele andere (für Ornithologen kann eine Liste versandt werden) sind von der Plattform aus mit dem Fernglas zu identifizieren. Eine Herausforderung für jeden Ornithologen! Einsiedlerkrebse, Krabben, Schnecken und Insekten sind auf Schritt und Tritt präsent. In ausladenden Netzen warten die grossen Nephila-Spinnenweibchen auf Beute, während die kleinen, bunten Stachelspinnen oft unbeachtet bleiben. Beide sind harmlos. Geckos, Eidechsen und Skinke rascheln im Laub und vielleicht entdecken Sie eine Schlange oder einen Nilwaran beim Sonnenbaden.

Krabbe1

 

 

Mangroven
Die 6 verschiedenen Mangrovenarten gewinnen das notwendige Süsswasser aus dem Grundwasser und Regen, da die Bucht über keinen Zufluss verfügt. Bedroht werden die Mangrovenwälder durch Abholzung. Das Holz wird zum Hausbau, Zäune und Feuerholz verwendet und ist termitenresistent. Leider wurde starker Raubbau betrieben, so dass die Mangroven weltweit unter Schutz gestellt wurden. Da sie nebenbei die Kinderstube von sehr vielen Jungfischen darstellen, sind sie ein unersetzliches Glied im Naturkreislauf des Meeres. Luftwurzeln (Pneumatophoren) erlauben es den Mangroven, auch während der Flut zu atmen und spezielle Salz ausscheidende Organe machen es ihnen möglich im Salzwasser zu existieren. Jede der 6 Mangroven ist an eine etwas andere Salzkonzentration angepasst. Mit ihrem Wurzelwerk bieten sie auch Krabben, Muscheln und Schnecken Schutz und halten den Schlick fest.

 

 

Reptilien
Es raschelt im Laub - ein Skink schaut Sie an; getarnt am Baumstamm guckt ein Gecko hervor. Echsen sind einfach zu finden. Schlangen kommen vor, sind aber sehr schwierig zu entdecken, da sie scheu sind und vor den Tritterschütterungen flüchten. Wer mehr über Schlangen erfahren möchte, sollte die Bio Ken Schlangenfarm besuchen. Dort können harmlose und giftige Schlangen betrachtet werden. Sie halten ebenfalls Schildkröten, seltene Echsen, Nilwarane und ein kleines Krokodil.

 

 

Meeresschildkröten kommen um Watamu an Land, um Eier zu legen. Sie werden streng bewacht, doch mit Bewilligung darf man dem Schauspiel zusehen.

  • Bastardschildkröte (Lepidochelys olivacea)
  • Echte Karettschildkröte (Eretmochelys imbricata)
  • Grüne Meeresschildkröte (früher Suppenschildkröte genannt!) (Chelonia mydas)